anarchie

Am 18. September trafen sich erneut Menschen in gemütlicher Runde, um im „Langen Handock“ in der Marienstraße auf dem Wuppertaler Ölberg dem anarchistischen Stammtisch beizuwohnen. Neben einigen organisatorischen Themen dominierte die anstehende Bundestagswahl bzw. eine mögliche, anarchistische Umgangsform mit der Selbigen den Stammtisch. Doch bevor es um die Wahl ging wurde ein wichtiger, organisatorischer Punkt abgehandelt. Ab jetzt findet der erste ASW des jeweiligen Monats immer um 19 Uhr im „Langen Handock“ statt, der zweite Stammtisch jedes Monats wechselweise immer in einer anderen Kneipe. Diesen Schritt beschloss die Runde, um das Thema „Anarchismus“ in verschiedenen Locations präsent zu machen.

Nach einem kurzen Block weiterer, organisatorischer Dinge wurde sich inhaltlich vor allem dem Schwerpunkt „Bundestagswahl“ gewidmet, ein klassisches „Stammtischthema“. Dabei wurden vor allem die vielen, kleinen Parteien analysiert und deren Programm diskutiert. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten zuerst die Parteien des linken Spektrums bzw. deren Programmatik. Dabei wurde Kritik an autoritären Strukturen in „radikaleren“ Parteien wie der „MLPD“ laut, die „Realpolitik“ der „Linken“ wurde zudem unter Beschuss genommen. Diese fällt vor allem durch ihre vermeintlich „radikalen“ Parolen auf, deren Inhalte aber nicht in ihrem tatsächlichen Handeln übereinstimmen, was als generelles Problem der bürgerlich-parlamentarischen Herrschaftsform wahrgenommen wurde.
Allgemein dominierte, genährt durch die vorher genannte Analyse der „Linkspartei“ bzw. deren Realpolitik der Tenor, dass der Parlamentarismus nicht zu wirklicher Veränderung führen kann. In diesem Atemzug wurde der generelle Umgangston des Stammtisches immer satirischer und die, in Deutschland präsente, politische Landschaft als „Realsatire“ erkannt. Die Partei „Die Partei“ spielte in diesem Kontext eine besondere Rolle im Sinne einer „Möglichkeit“ für Anarchos, am 24. September eine Wahl zu tätigen, da deren Hauptaufgabe das Aufzeigen der Wirkungslosikgeit und der Unmenschlichkeit der domierenden Politik innerhalb des Kapitalismus darstellt.

Es ist merklich spürbar, dass die Bundestagswahl als Themengebiet die gesamte Öffentlichkeit erfasst hat und es wurde zudem festgestellt, dass das politische Interesse in der „allgemeinen Bevölkerung“ deutlich zugenommen hat. (vor allem auch unter jüngeren Generationen)

Der Stammtisch sinnierte zudem am Ende kurz über die internen Widersprüche der „autonomen“ Szene und deren Codes. Auch hier dominierte der satirische Unterton. Grundsätzlich wurde mit einer gewissen „Leichtigkeit“ diskutiert. Gegen 21 Uhr löste sich die Runde auf und zog noch entspannt zu einem der Teilnehmenden. Der Diskurs veränderte sich später noch in Richtung des Umgangs mit Repression. Dieses Themengebiet wird die kommenden Wochen und Monate ohnehin immer wieder präsent sein.

Der nächste anarchistische Stammtisch findet am 2. Oktober, 19:00 Uhr im langen Handock (Marienstraße 49) auf dem Ölberg in Wuppertal statt.

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